Großer Auftritt eines Chorknaben

»Francesco und der Papst« – ein Film von Ciro Cappellari

Der zwöfljährige Francesco ist Mitglied im Knabenchor der Sixtinischen Kapelle und besucht die Schule des Chors im Vatikan. Ganz normale Jungs auf den ersten Blick, die Fußball spielen und in Jeans und T-Shirt beim Unterricht sitzen. Für Francesco ist die Schule ein bißchen wie Hogwarts – sie ist ebenso in einem alten Gemäuer untergebracht und man lernt dort mit Gesang »zu verzaubern«.

Die Schüler proben täglich vormittags und nachmittags und sie singen – dann im langen Meßgewand – regelmäßig bei den Messen im Petersdom. Obwohl Francesco den Papst dort oft sieht, weiß er, dass dieser ihn nicht wahrnimmt. Wie so viele andere, ist Francesco im Kosmos des Vatikans nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Aber Francesco bekommt wegen seiner besonderen Stimme die Chance, ein Solo bei einer Privataudienz zu singen. Die Motette wurde dafür eigens vom musikalischen Leiter des Chors komponiert. Francesco nimmt viele zusätzliche Proben auf sich – und auch die Angst zu versagen.

»Wenn Du singst, wirst Du ganz leicht«

Der Regisseur Ciro Capellari hat Benedikt XVI und den Knabenchor über ein Jahr lang begleitet.  Der dokumentarische Film erzählt Francescos Geschichte eingebettet in die Betriebsamkeit des Vatikans und stellt gegenüber, was Papst und Chorknabe jeweils gerade tun: Francesco sieht zusammen mit seinen beiden Brüdern und der alleinerziehenden Mutter im Fernsehen Bilder vom Papstbesuch in Kamerun. Während Francesco mit seinem Gesangslehrer probt, ist der Papst in Israel und Jordanien. Der Film zeigt ein wenig vom Alltagsleben der Personen und spart dabei auch Probleme nicht aus: Francescos Mutter kritisiert die päpstliche Antwort auf Armut und Aids in Afrika. Francesco ist traurig, weil sein Vater die Familie verlassen hat. Daneben stehen schöne Bilder von den Kirchen und Kunstwerken und Gärten des Vatikans – also auch ein wenig PR oder gar Homestory, z.B. wenn Küche, Speise- und Fernsehzimmer des Papstes kurz ins Bild kommen. Insgesamt entwirft der Film ein durchaus vielschichtiges Bild vom Leben in und um das Machtzentrum der katholischen Kirche und integriert viele kleine Portraits der päpstlichen Untertanen.

Francescos großer Tag ist schließlich gekommen und er singt sein Solo vor dem Papst…  In der Konzertszene wird sichtbar, wie Musik individuell berühren kann oder wie der Junge es formuliert: »Wenn Du singst, wirst Du ganz leicht«.

Francesco und der Papst
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.85:1
Spieldauer: 87 Minuten (+ 29 Minuten Interviews, ital. Originalfassung)
FSK: ohne Altersbeschränkung
Studio: Constantin Film (Bestell.-Nr. HC087468)

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musikschulwelt meint: Musik macht es möglich, dass sich verschiedene Welten begegnen: der normale römische Junge und das entrückte Oberhaupt der katholischen Kirche. Musik macht zwar Mühe und erfordert Disziplin – sie kann dafür erfreuen, trösten und Freundschaft stiften. Eine rundum schöne Botschaft, die obendrein keine Fiktion ist…