Chattende Klaviere

Pianistenduo konzertiert über 8.300 km Entfernung

Im Rahmen des 8. Internationalen Klavierduo-Festivals von Bad Herrenalb wurde Anfang Juni ein neues Technikkapitel des Musizierens aufgeschlagen: Zum ersten Mal in der Geschichte des Disklaviers konnten Musikfreunde ein sogenanntes »Remote-Lesson-Konzert« zwischen Europa und den USA erleben. Dazu waren zwei Disklavierflügel der Firma Yamaha per Internet miteinander verbunden worden: einer in Nacogdoches/Texas (USA), der andere im Konzertsaal von Bad Herrenalb. Als dann die amerikanischen Pianisten Mario und Nio Ajero in Texas mit ihrem Konzert begannen, bewegten sich die Klaviertasten im Schwarzwald wie von Geisterhand … während die Musiker auf der Leinwand über den Internet-Telefondienst Skype live zu sehen waren.

Festival-Leiter Prof. Sischka erläuterte im Vorfeld die Funktionsweise: Ein Disklavier zeichnet die durch den Pianisten verursachten Bewegungen der Tasten und Hämmer mit einem integrierten Computer auf. Dieser kann die aufgezeichneten Impulse dann wieder an den Flügel zurückgeben, der diese mechanisch umsetzt. Ebenso ist es aber auch möglich, zwei Diskklaviere über Internet miteinander zu koppeln und die eingehenden Bewegungsinformationen des einen zum anderen zu senden und umgekehrt.

So besteht mit einer solchen »Hardware« nicht nur die Möglichkeit,  über sehr große Distanzen hinweg miteinander zu musizieren, sondern es kann z.B. auch der Schüler ohne physische Anwesenheit von seinem Lehrer unterrichtet werden.