Musical »SnoWhite« von Frank Nimsgern und Frank Felicetti ab dem 2.9. in der Bonner Oper
Wer möchte denn nicht endlich einmal wissen, »was wirklich mit Schneewittchen geschah« (so der Untertitel des Musicals). Mit dramaturgischer Raffinesse und einer farbenreichen Musiksprache von Pop über Rock bis zu Hiphop und sanften Balladen haben der Komponist Frank Nimsgern und sein Librettist Frank Felicetti das berühmte Märchen auf links gedreht: Die Hexen hinter den Zauberspiegeln sind längst ermüdet von der immer wiederkehrenden Frage der Königin, wer die Schönste im ganzen Land sei, und bringen den ganzen Laden gehörig durcheinander. Der Jäger, der Schneewittchen im Wald töten soll, wird zu ihrem Beschützer, und auch die Zwerge verhalten sich nicht so, wie es von ihnen erwartet wird. Sie pfeifen auf die Königin – und auf die Gebrüder Grimm …
Von Meistern des Fachs
Das 2000 in Saarbrücken uraufgeführte Musical »SnoWhite« (dort waren die Aufführungen für die komplette Spielzeit ausverkauft!) wird nun in einer überarbeiteten Version ab dem 2. September bis in den April 2013 den Spielplan der Bonner Oper bereichern, die bereits mit dem Nimsgern-Musical »Der Ring« 2007/08 einen großen Publikumserfolg feiern konnte.

© Lilian Szokody (Theater der Bundeshauptstadt Bonn)
Für »SnoWhite« konnte mit Elmar Ottenthal ein sehr renommierter Regisseur gewonnen werden, der auch bereits an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Liceu in Barcelona sowie dem Théâtre de la Monnaie in Brüssel inszenierte. In der rheinischen Region machte er sich vor allem durch die Inszenierungen der Musicals »Gaudí« (Aachen 1993) und »Gambler« (Mönchengladbach 1996) einen Namen.

Frank Nimsgern (Foto: Yvonne Kronz)
Der Komponist Frank Nimsgern, Jahrgang 1969, gilt als der herausragende deutsche Musicalkomponist unserer Tage. Er genoss zunächst eine klassische Ausbildung am Klavier und studierte u. a. bei George Gruntz bis 1987 Komposition und Arrangement am Salzburger Mozarteum. Als Komponist hat er sich dann der U-Musik verschrieben: neben diversen Musicals u.a. mit Musik für Film (Pro7-Mystery-Thriller »Hepziba«), Fernsehen (zahlreiche »Tatort»-Musiken), Werbung und Show (etwa für Siegfried & Roy in Las Vegas). Vor allem aber erlangte der mit dem ARD-Fernsehpreis »Die Goldene Europa« ausgezeichnete Musiker, Komponist und Produzent große Popularität durch Werke wie »Qi«, »Elements«, »Hexen«, »Poe«, »Paradise of Pain«, »Arena« oder »Phantasma«.
Rap und Breakdance inklusive
In der Bonner Fassung von »SnoWhite« sollen Kölner Rapper und Breakdancer sowie Projektionen im Stil von Tim-Burton-Filmen eingesetzt werden. Die Titelrolle übernimmt Michaela Kovarikova, Aino Laos spielt die Königin, John Davies den Jäger und Nina Alexandra Filipp die Hexe. Frank Felicetti, der Verfasser des (deutschen) Librettos, wird als Minnetoo auf der Bühne stehen.
Information: www.theater-bonn.de
musikschulwelt meint: Die Ankündigung verspricht ein rockiges Musical für Jung und Alt in einer Inszenierung, wo sich phantastische Projektionen und Zauberklänge mit dramatischen und komödiantischen Highlights verweben. Man darf gespannt sein auf die musikalische wie dramatische Umsetzung dieses allseits bekannten Stoffs. Unsere Redaktion wird im September die Produktion besuchen … und anschließend finden Sie hier die musikschulwelt-Besprechung.
