Wecker weckt die Improvisationslust

Bei Doblinger erscheinen Klavierimprovisationen von und mit Konstantin Wecker

Konstantin Wecker sagt von sich, er sehe sich selbst als improvisierenden Klavierspieler statt als Komponist von Klaviermusik. Zum Wesen der Improvisation gehört, dass sie vergänglich und unwiederbringlich ist. Wie viel von dem, was der Liedermacher und Musicalkomponist am Klavier erfunden hat, indem er sich – wie er es selbst anschaulich erklärt – forttragen ließ von den Melodien und seine Hände selbstständig spielten, mag in diesem Sinne verloren gegangen sein.

In dem Band »Tasten.Spielen« hat der Verlag Doblinger nun einen anderen Weg eröffnet, Konstantin Weckers Musik zu erleben, ja – mehr noch – sich in seine Art des Improvisierens hineinzuversetzen. Der Komponist hat dafür einige seiner Improvisationen niedergeschrieben, hier zusammengefasst unter den Titeln »Leben im Leben«, »Sieben Tage« und »Hinter dem Bahnhof liegt das Meer«.

Blick ins eigene Klavier-Ich

Die Arrangements, an denen teilweise Paul Markowicz mitgewirkte, sind auch für ungeübtere Pianisten gut spielbar, wobei die rhythmische Komponente die größeren Anforderungen stellt. Konstantin Wecker hat die Improvisationen selbst eingespielt und der Verlag stellt sie zum Download zur Verfügung, was das Hineinfinden noch erleichtert. Der Münchner will hier das Repertoire für Hausmusik und Vortragsstücke erweitern, äußert darüber hinaus aber auch noch eine andere Hoffnung: Die vom Umfang kurzen und schlichten Stücke sollen den Spieler dazu anregen, selbst weiter zu improvisieren und so »eigene Wege zu gehen, ins eigene Klavier-Ich zu schauen und hoffentlich zu staunen, wen und was man da entdeckt«. [wbr]

Konstantin Wecker: Tasten.Spielen. Klavierimprovisationen
Herausgegeben von Pawel Markowicz
Doblinger (01 434)
ISMN: 979-0-012-20045-1
14,95 €

musikschulwelt meint dazu: Nicht nur die zahlreichen Wecker-Fans werden sich über diesen Klavierband freuen. Zweifellos stellt er sowohl für den Unterricht als auch für das private Musizieren eine willkommene Bereicherung dar, zumal hier zu eigenem kreativem Tun aufgefordert wird. Vielleicht darf man ja auf einen Fortsetzungsband hoffen …

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