Musik kennt keine Grenzen

Erfolgreiches Trommelprojekt mit Flüchtlingskindern in Lippstadt

Trommeln LippstadtManchmal gehen die Dinge ganz schnell. Nachdem im März dieses Jahres bei einer Sitzung des Schul- und Kulturausschusses die „Auffang- und Vorbereitungsklasse“ an der Kopernikusschule – eine Klasse für Flüchtlingskinder, die wenig oder gar kein Deutsch können, vorgestellt worden war, dauerte es nicht lange, bis daraus ein Projekt entstand, bei dem Kinder aus unterschiedlichen Nationen zusammen Musik machen. „Musik verbindet“, sagt Lehrer Ralf Blüthner, der genau das sieht, wenn die Schüler im Alter zwischen zehn und 15 Jahren jeden Freitagmorgen in einer Doppelstunde mit Musikschullehrer Michael Meurer das Trommeln lernen. „Sie sind begeistert, werden lockerer und man merkt, dass sie zumindest für eine gewisse Zeit andere Dinge vergessen können“.

„Vom Konzept bis zur Umsetzung hat es am Ende nur eine Woche gebraucht“, erzählt Schulleiterin Claudia Seifert. Denn Musikschulleiter Wolfgang Streblow, der in der Sitzung anwesend war, habe sofort Interesse signalisiert, ein Musikprojekt mit eben jener Klasse zu initiieren. Mit Ganztagskoordinator Ralf Blüthner und Michael Ressel aus dem Leitungsteam der Musikschule sei es dann an die Überlegungen zur Umsetzung des Projektes gegangen. „Kurz zuvor hatten wir bei einer überregionalen Veranstaltung vom Erfolg eines solchen Projektes gehört“, erzählt Michael Ressel. Wie er sind auch die anderen Mitstreiter davon überzeugt, dass Musik eine Form der Kommunikation ist, die Grenzen zwischen Nationen und Kulturen verschwinden lässt.   So einfach wie das Projekt am Ende umzusetzen war, hatte Schulleiterin Claudia Seifert anfangs allerdings gar nicht zu hoffen gewagt. „Wir wollten gern ein Zusatzangebot für die Schüler dieser Klasse einrichten – das aber natürlich möglichst kostenneutral“, erklärt sie. Wie passend, dass gerade zu diesem Zeitpunkt die Musikschule auf der Suche nach Zielgruppen für Projekte war, die gebührenfrei angeboten werden können. „Die Grenzen dafür sind natürlich eng gesteckt, aber hier passte alles hundertprozentig zusammen“, freut sich Michael Ressel. Und so kam es zu der fast schon rasanten Umsetzung des Projektes, das sich zur Freude der Koordinatoren von Kopernikusschule und Conrad-Hansen-Musikschule so gut entwickelt hat, dass es ab diesem Schuljahr – dann in der Musikschule – dauerhaft weitergeführt werden soll. „So gelingt es uns möglicherweise, die Kinder und auch ihre Eltern noch mehr an die Kulturangebote der Stadt heranzuführen“, hofft Michael Ressel.

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