Ennepe-Ruhr-Kreis: „HörgENnuss“

Gitarren-Quartett der Musikschule Schwelm

Gitarren-Quartett der Musikschule Schwelm

Fünf Musikschulen präsentieren CD

Die unterschiedlichsten Ensemles aus Musikschulen der Städte Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Schwelm und Witten haben sich auf einer gemeinsamen CD verewigt: Ob BigConcertBand oder Jugendsinfonieorchester, Klavier solo oder Querflötenensemble, Blockflötenspielkreis oder Klarinettenquartett – sie alle demonstrieren Spielfreude und Können. Geboren worden war die Idee im Zusammenhang mit dem Landesprogramm „Kulturrucksack“. „Wir wollten etwas in den Rucksack packen das bleibt, das über die einzelnen Stadtgrenzen hinaus geht und das vor allem zeigt, zu welcher Leistung Kinder und Jugendliche im nicht immer einfachen Alter zwischen 10 und 14 Jahren im Stande sind“, berichtete Gabriele Weidner, Leiterin der Musikschule Schwelm, stellvertretend für ihre Kollegen aus den übrigen Kommunen.Gesagt, getan. Ein mobiles Aufnahmestudio machte Station in Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Schwelm und Witten und nahm die 26 CD-Beiträge an den verschiedensten Orten auf. „Es ging sehr professionell zu. Quasi ganz nebenbei haben unsere Nachwuchsmusiker live erleben können, wie Töne in die richtige Form gebracht werden, wie viel Geduld und Konzentration nötig sind, um jede Sekunde eines Stücks gekonnt hörbar zu machen“, so Weidner.

Das Ergebnis könne sich, so alle Beteiligten im Einklang, hören lassen. Allen gemein sei das Ziel, gute Musik zu machen. Besonders bemerkenswert findet Peter Brand, Leiter der Hattinger Musikschule, „die wirklich gelungene Zusammenarbeit zwischen Musikschulen, die ja durchaus unterschiedlich ausgerichtet sind und ganz verschiedene Schwerpunkte setzen. Hiervon hat die Vielfalt auf der CD auf jeden Fall profitiert.“

Auch über nicht erwartete „Nebenwirkungen“ bei den CD Beteiligten berichteten die Musikschulleiter im Kreishaus. Da habe sich beispielsweise eine Gruppe von Jugendlichen gefunden, die selbständig eine Fahrt zum Konzert des italienischen Komponisten und Dirigenten Ennio Morricone in Köln organisieren wollen. Und längst diskutierten einige in aller Öffentlichkeit und für jeden sichtbar auf Facebook über Stücke von Beethoven und Schumann. „Für 10 bis 14-jährige durchaus bemerkenswert“, findet Weidner.

Wer Interesse an der CD, die mit einer Auflage von 2.500 Stück produziert worden ist, hat, kann sie in jeder der fünf beteiligten Musikschulen gegen eine Spende bekommen. Nach dem gelungenen Auftakt im Schwelmer Kreishaus sind allerdings nur noch 2.400 Exemplare zu haben. Die ersten 100 orderte der Landrat direkt für Kreistag und Kreisverwaltung.

Stichwort Landesprogramm Kulturrucksack

Der Ennepe-Ruhr-Kreis zählte dank der erfolgreichen Bewerbung des Kreises und der Städte 2012 zu den landesweit 28 Pilotkommunen, in denen das Programm gestartet wurde. Für das nächste Jahr meldet das Land 175 teilnehmende Kommunen, sie alle profitieren bis 2015 alle 12 Monate von einer Fördersumme von drei Millionen Euro. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren kulturelle Angebote zu eröffnen.

Die Bedeutung der kulturellen Bildung für die Persönlichkeitsbildung, für die Entwicklung der Kreativität und für den Wissenserwerb wird zunehmend anerkannt. Entsprechende Erkenntnisse haben unter anderem Projekte wie ´Jedem Kind ein Instrument´ oder ´Kultur und Schule´ geliefert. „Damit die positiven Effekte zum Tragen kommen, ist es entscheidend, Kindern und Jugendlichen die Tür zu Kunst und Kultur so früh und so weit wie möglich zu öffnen“, nennt Landrat Dr. Arnim Brux die Motive dafür, warum sich der Ennepe-Ruhr-Kreis für den „Kulturrucksack“ beworben hatte. Erfolg des Bemühens: 2012 standen gut 71.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung, 2013 waren es 69.000 Euro. Die Teilnahme sei insbesondere deshalb interessant, weil das Landesprogramm mit den 10 bis 14-jährigen die Kinder und Jugendlichen im Auge habe, für die Angebote der kulturellen Bildung vergleichsweise rar sind. „Und“, so der Landrat, „diese wenigen Angebote treffen auf eine Altersgruppe, die sich schwer tut mit den gängigen Formen der kulturellen Bildung.“ Hier setzen Kreis und Städte jetzt gemeinsam an und wecken mit neuen Ideen und bewährten Strukturen Interesse.

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