»Celloversum« – so cool kann Cellospielen sein!

Foto: Alexander Reischert

Foto: Alexander Reischert

Lara Vogel (14 Jahre) berichtet über ihre Teilnahme an dem diesjährigen Workshop »Celloversum« der Rheinischen Musikschule Köln (der 2014 bereits zum 12. Mal stattfand). Hierfür finden sich jeweils an vier Wochenenden im Frühjahr rund 50 junge Cellistinnen und Cellisten zusammen, um als »Cello Big Band« gemeinsam zu musizieren. Die Dozenten Ulrike und Gunther Tiedemann organisieren und leiten die Proben, wofür Gunther im Vorfeld bekannte Songs und Hits arrangiert – und zudem auch neue Spieltechniken entwickelt: Die Teilnehmer zeigen sich davon regelmäßig verblüfft und begeistert …

Es war Herr Tiedemann mit seiner Cello Big Band, der mich vor sieben Jahren überzeugte, mit dem Instrument Cello anzufangen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich auf den gelben Bänken in der Musikhochschule Köln saß und mich an die Stelle der Cellisten auf der Bühne träumte, die mich schon damals mit ihrem coolen Auftreten als auch mit ihrer Musik beeindruckten … und die Vorstellungen meiner Eltern vom Cello als reinem „Klassik-Instrument“ widerlegten. Drei Jahre später sollte ich selbst dann auf der Bühne der Musikhochschule sitzen.

Das Chaos der ersten Tages
Die erste Probe ist immer erst mal etwas angespannt. Herr und Frau Tiedemann schaffen es jedoch, das große herrschende „Chaos“ zu entwirren und Musik daraus zu machen. Um so etwas hinzubekommen, finden sich erstmal die verschiedenen Stimmen zur Stimmprobe zusammen, in der dann Stück für Stück die schweren und unsicheren Stellen herausgefiltert und deren Probleme gelöst werden.

Orchestereltern, die sich perfekt ergänzen
Auch wenn hin und wieder mal ein ernstes Wort gesprochen werden muss, lockert Gunther Tiedemann die Stimmung immer wieder mit lustigen Sprüchen auf. Damit sowohl die großen als auch die kleinen Cellistinnen und Cellisten immer den Anweisungen folgen können, erklärt Ulrike Tiedemann altersgerecht und mit bemerkenswerter Geduld und Verständnis alles gerne auch zweimal.
Überhaupt ergänzen sich Herr und Frau Tiedemann: Wenn er immer gleich im Ohr hat, wie es klingen soll, und dies mit Adjektiven wie „schwerer“, „leichter“ oder „schärfer“ beschreibt, dann hat sie immer den richtigen praktischen Hinweis, wie man zu diesem Klang kommt. Und Herr Tiedemann steigt dafür auch einmal mit dem Cello auf den Stuhl, damit alle sehen, wie man es praktisch umsetzt. Wenn in der letzten Probe dann jeweils noch andere Instrumente wie Schlagzeug und Klavier dazukommen, macht das Spielen noch mehr Spaß.

Teamgeist und tolle Stimmung
Dass das Modell „Celloversum“ so gut funktioniert, obwohl es doch so große Unterschiede hinsichtlich Alter und Können der Teilnehmer auf dem Cello gibt, liegt auch an der guten Stimmung.
Das Miteinander in den Proben ist immer sehr gut und jeder ist bereit, dem anderen zu helfen. Sei es, wenn sich der Cellobogen im Reißverschluss der Tasche verfangen hat oder wenn in der Pause eine Matheaufgabe für eine anstehende Arbeit gelöst werden muss. Wir essen auch immer alle zusammen, es gibt ein Mitbringbuffet.

Und dann wird es ernst …

Foto: Alexander Reischert

Foto: Alexander Reischert

Nach der Generalprobe (die unmittelbar vor dem Konzert stattfindet), wenn sich der Saal langsam füllt, hält Ulrike Tiedemann im Probenraum noch eine kleine Ansprache, in der sie sich bedankt und uns gutes Gelingen wünscht. Wenn wir mit unseren Celli dann den Saal betreten, ist es immer eine Überraschung, wie viele Leute zu unserem Konzert gekommen sind und mit welch begeistertem Applaus wir begrüßt werden. Das Konzert am 15. März 2014 lief übrigens ziemlich gut, die Stücke klangen toll und das Publikum hatte dem Anschein nach auch viel Spaß.

Zwischen Wehmut und Vorfreude
Wenn nach dem Konzert alle ihre Sachen packen und sich verabschieden, dann stellt sich bei mir eine gewisse Traurigkeit ein. Celloversum ist für mich immer ein besonderes Ereignis im Jahr, wo ich andere musikbegeisterte Jugendliche treffen und die Art von Musik spielen kann, die in meinem Unterricht oder im Schulorchester nur am Rande vorkommt.

Was für mich Celloversum einzigartig macht, sind die immer neuen coolen Ideen: wie zum Beispiel Stellen, in denen alle auf ihrem Cello trommeln, oder in diesem Jahr gesungene Teile mit einer dazugehörigen kleinen Choreographie. Da wir diesmal als Motto die Blues Brothers hatten, sind wir natürlich mit weißem Hemd, Krawatte und Sonnenbrille aufgetreten!

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr und bin gespannt, was Herr und Frau Tiedemann sich Neues ausdenken, und kann nur allen Cellobegeisterten empfehlen, mitzumachen.

Lara Vogel spielt seit 6 Jahren Violoncello und besucht die Musikklasse des Stadtgymnasiums Porz. musikschulwelt bedankt sich bei ihr für diesen Originalbeitrag.

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