Uniklinikum Bonn bietet Berufsmusikern Hilfe
Das Herz schlägt bis zum Hals und der Atem rast: Viele Musiker leiden unter extremem Lampenfieber. Die Angst vor dem Auftritt kann so groß werden, dass sie sogar Karrieren zerstört. Hilfe finden Betroffene ab sofort am Universitätsklinikum Bonn. Dort wurde jetzt deutschlandweit die erste Lampenfieberambulanz für Musiker gegründet.
Lampenfieber ist heilbar, davon gehen die Experten der Ambulanz aus. Dr. Déirdre Mahkorn, Oberärztin an der Bonner Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, und der Psychologe Martin Landsberg gehen bei jedem Patienten der Ursache für das Lampenfieber auf den Grund. Dazu erstellen sie ein Persönlichkeitsprofil und nutzen ein individuelles Angst-Tagebuch. Hinzu kommen Entspannungsübungen, die helfen, die Lampenfiebersymptome zu lindern.
Der Bedarf ist hoch, wissen die beiden Hobby-Musiker – Landsberg ist Waldhornist; Mahkorn hat eine Gesangsausbildung und spielt Klavier: »Lampenfieber ist ein Tabuthema, über das gerade unter Kollegen nicht gesprochen wird. Umso höher ist die Resonanz auf unsere neue Ambulanz. Die Musiker sind froh, dass ihre Ängste wahrgenommen werden.« So zählt die junge Lampenfieberambulanz bereits 40 Patienten. Dabei ist Anonymität das höchste Gebot: Die Termine werden möglichst so koordiniert, dass die Betroffenen sich nicht rein zufällig vor Ort begegnen.
Information: www.ukb.uni-bonn.de
