Das große Gustav-Mahler-Einmaleins

»Mahler-Handbuch« aus dem Metzler-Verlag als ideale Jubiläumslektüre

Mittlerweile ist Gustav Mahler für uns kein gänzlich Unbekannter mehr. Nicht zuletzt auch Film und Fernsehen haben in den letzten Jahren dazu verholfen, die komplexe Persönlichkeit des Österreichers aus Zeiten einer musikstilistischen Neuorientierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Öffentlichkeit zu befördern, nachdem erst in den 1970er-Jahren das Interesse an seinem musikalischen Werk neu erwacht war. Mittlerweile gilt der Spätromantiker als einer der ganz Großen, als Kunstlied-Schöpfer und Sinfoniker wird er gar an die Seite solche Granden wie Beethoven oder Schubert gestellt.

So war es qausi überfällig, diesem »Zeitgenossen der Zukunft« (so von Kurt Blaukopf tituliert) einmal ein umfassendes Werk zu widmen, das die verschiedenen Aspekte von Person und Schaffen in einzelnen Kapiteln beleuchtet. Um dieser Herkulesaufgabe gerecht werden zu können, verpflichtete man dafür 22 Autoren, die die Speerspitze der aktuellen Mahler-Forschung repräsentieren.  Das Zentrum des Handbuchs bildet die detaillierte Darstellung sämtlicher Werke Gustav Mahlers. Neben einem biografischen Porträt werden aber auch die geistige Welt des Künstlers, seine kompositorische Herkunft aus dem 19. Jahrhundert und sein spezifischer »Ton« thematisiert. Ebenfalls findet die vielfältige und hochinteressante Rezeptionsgeschichte ausführlich Berücksichtigung.

Mahler-Handbuch
Hrsg. von Bernd Sponheuer und Wolfram Steinbeck
504 S., geb.
ISBN 978-3-476-02277-6
Metzler Verlag, 64,95 EUR

musikschulwelt meint: Auch wenn so mancher Beitrag doch arg akademisch daherkommt – die Vielfalt der Autoren (und Schreibstile) ist das große Plus dieser kompakten wie detailtiefen Informationssammlung über Gustav Mahler. Wer sich dieser psychoanalytisch dankbaren Persönlichkeit und ihrem so einzigartigen Musikschaffen wirklich fundiert annähern möchte, dem ist mit dem »Mahler-Handbuch« allerbestens gedient.