Adolph Kolpings Wiedergeburt im Musical

Alle-Querformat»Kolpings Traum« nach der Fuldaer Premiere nun in Wuppertal

Adolph Kolping – der Name begegnet einem allerorten, doch wer war eigentlich dieser Mann? Ein neues Musical aus der Feder von Dennis Martin hilft da nicht nur den Ohren auf die Sprünge: »Kolpings Traum« ist der jüngste Spross aus der Komponierwerkstatt des 38-Jährigen, der sich mit seinem nunmehr fünften Musical anschickt, ein deutscher Andrew Lloyd-Webber zu werden. Zum Protagonisten des neuesten Bühnenwerks der Spotlight Musical GmbH wählte man den vor 200 Jahren geborenen Adolph Kolping, der mit der Begründung der Gesellenvereine (den heutigen Kolpingfamilien) im 19. Jahrhundert ein neues gesellschaftliches Bewusstsein etablierte, das bis heute nachwirkt.

»Das Musical ›Kolpings Traum‹ ist nicht nur wunderbar gemacht, sondern auch mit total vielen Hits komponiert worden. Mich hat der Freund von Kolping [die fiktive Figur des Karl Wagner] fasziniert, denn der musste ganz viele verschiedene Szenen auswendig lernen. Aber auch Kolping war natürlich klasse. Den Song ›Revolution‹ fand ich toll, weil viel Bewegung drin war.« (Konstantin, 10 Jahre)

© Spotlight Musical GmbH

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Mut zu einem Stoff mit Risiko

Schon der Titel »Kolpings Traum« ist ein dramaturgisch raffinierter Schachzug, wird doch so bereits ein episodenhaftes bzw. schlaglichtartiges Bühnengeschehen quasi zum Programm. Dennoch spiegelt sich Kolpings Biografie auf der Bühne sehr stringent: von seiner Schusterlehre über das mit Nebenjobs finanzierte Theologiestudium bis hin zu seiner Anstellung in Elberfeld (heute Wuppertal). Kaum längere Zwischentexte, ein Song folgt auf den nächsten … Dennis Martin erweist sich einmal mehr als routinierter und erfahrener Bühnenprofi, der keine Längen aufkommen lässt – auch nicht bei diesem doch eher unspektakulären Stoff, der die emotionalen Achterbahnfahrten wie bei »Bonifatius« oder »Die Päpstin« (musikschulwelt berichtete) nicht mitbringt.

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© Spotlight Musical GmbH

»Ein Musical, das die damalige Problematik der industriellen Revolution durch viel Bewegung und ausdrucksvolle Szenen toll zur Geltung brachte. Bei den Darstellern stach vor allem der sehr überzeugend wirkende Claus Dam hervor. Von den zahlreichen Songs gefielen mir ›Du bist der Irrtum meines Lebens‹, eindrucksvoll gesungen von Tina Haas, und ›Vergesst nicht, wer ihr seid‹ von Maximilian Mann am besten. Am Ende folgten Standing Ovations. Schade, dass es keinen 3. Akt gab – ich hätte noch stundenlang zuhören können. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall!« (Valentin, 14 Jahre)

Ohrwurm-Botschaften für das Heute

Es ist nun nicht so sehr die historische Figur des Adolph Kolping, die der Komponist und Texter Martin (das Buch entstand gemeinsam mit Regisseur Christoph Jilo) hier in den Mittelpunkt stellt, sondern vor allem dessen Geisteshaltung in einer Epoche und Gesellschaft des Umbruchs. So lässt sich vieles aus der Bühnenhandlung unmittelbar in unser Hier und Jetzt übertragen: ein Mensch, der unter wirtschaftlicher Not seinen persönlichen Traum unnachgiebig verfolgt, seiner kleinen Welt entfliehen will, dabei aber immer auch wieder von Selbstzweifeln geplagt wird, der gegen alle Verlockungen und Hindernisse den Schwachen beisteht – und schließlich öffentlich ein soziales Bewusstsein in einer Zeit propagiert, die vom reinen Gewinnstreben dominiert wird. So transportiert »Kolpings Traum« unter der Hand brandaktuelle Botschaften, und das in 22 ebenso mitreißenden wie Ohrwurmalarm auslösenden Songs.

Hier schlägt das Musicalherz höher

© Spotlight Musical GmbH

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Die stimmlichen Highlights setzen dabei die beiden weiblichen Partien Sabrina Weckerlin (Susanne Beck) und Tina Haas (Frieda) sowie Claus Dam (Kärcher), der als rücksichtsloser Industriemagnat auch schauspielerisch den Takt vorgibt. Maximilian Mann (Adolph Kolping) und Dennis Henschel (Karl Wagner) komplettieren das überdurchschnittliche Personal für diese Inszenierung, die nach ihrer Premiere in Fulda noch bis zum 1. September im Wuppertaler Opernhaus zu erleben ist.

musikschulwelt meint: »Kolpings Traum« liefert einen Musicalabend mit Sinn und Verstand, mit schwelgerischen Melodien und fesselnden Ensembleszenen. Ein Familienmusical at it’s best, das zudem mit adäquaten »Familienpreisen« daherkommt. Hier verbinden sich ein frischer Musicalsound, Bühnenaktion und Botschaft zu einem stimmigen Ganzen – das deutsche Musiktheater lebt!

Weitere Information: www.spotlight-musical.de/kolping-home

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