Klavierspielen ab Kleinkindalter verändert die Hirnplastizität

GehirnÜberraschende Resultate einer gemeinsamen Studie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und der Cognition and Brain Plasticity Unit of Barcelona

Es ist schon lange bekannt, dass intensives Musizieren menschliche Hirnstruktur und Hirnfunktionen verändert. Bislang ging man davon aus, dass die Größe bestimmter Hirnregionen, die für das Hören und für das Bewegen der Hände zuständig sind, mit der Anzahl der in der Kindheit und Jugend geübten Stunden zunimmt, und dass »größer« auch »besser« sei. Eine neue Studie zeigt nun: Früh beginnende Pianisten haben kleinere klavierbezogene Hirnzentren als später beginnende und verfügen über das präzisere Tonleiterspiel.

Organische Voraussetzung für tadellose Tonleitern

Pianisten besitzen im Vergleich zu Nicht-Pianisten größere Zentren, die für das Lernen und Gedächtnis zuständig sind (Hippokampus), die der Automatisierung von Bewegungen dienen (Putamen und Thalamus), die Emotionen und Motivation verarbeiten (Amygdala), und die Hören und Sprachverarbeitung leisten (linker oberer Schläfenlappen).

Instrumentalunterricht 50 plus

Schweizer Forscherteam sammelt Erfahrungsberichte

Ein Instrument (wieder-)erlernen auch in späten Jahren? – ein Schweizer Forschungsprojekt mit dem Titel „Mach dich schlau – Lern- und Lehrstrategien im Instrumentalunterricht 50plus“ ermutigt dazu ausdrücklich! An der Hochschule der Künste Bern hat ein Forscherteam sich mit den Motiven der „Spätlernenden“ beschäftigt und mit den Möglichkeiten und Zielen des Instrumentalunterrichts 50 plus. Die Forscher haben dazu 45 Intensivinterviews geführt: 15 mit musikalischen Anfängern, 15 mit Wiedereinsteigern und 15 mit Lehrenden, die Erwachsene unterrichten. Es zeigt sich: Die Erfahrungen sind vielfältig wie die Menschen – und dazu überwiegend positiv!

Musikalische Frühförderung für alle?!

Kinder frühstmöglich musikalisch zu fördern wird heute von (Musik-) Pädagogen, Lehrern und selbst Politikern vielfach gefordert. Eltern beschäftigt das Thema, da sie ihrem Nachwuchs in der Regel das Beste angedeihen lassen wollen. Im Alltag sehen sie sich hier meist jedoch mit der Aufgabe konfrontiert, die musikalische Förderung selbst zu organisieren. Für Berufstätige bedeutet das zusätzliche Termine zu oft ungünstigen Zeiten. Da zudem Kosten anfallen, müssen viele auch auf Frühförderkurse ganz verzichten.“Warum können Kitas hier nicht Aufgaben übernehmen und alle Kinder gleichermaßen von professionellen musikalischen Förderangeboten profitieren lassen?“ wollte eine Elternvertreterin an einer Münchner Kita wissen.

musikschulwelt  befragt dazu den Experten Prof. Dr. Michael Dartsch (Hochschule für Musik Saar)

musikschulwelt: In seiner Resolution »Musik in Kindertagesstätte und Schule« fordert der Deutsche Musikrat einen durchgängigen fachpädagogischen Musikunterricht für alle. Wie weit sind wir von diesem Ideal entfernt?

Wir sind von diesem Ideal noch recht weit entfernt. Von Erzieherinnen würde man derzeit zu viel erwarten, wenn man ihnen echte musikpädagogische Qualifikationen abverlangen würde, denn ihre Ausbildung wird einer solchen Forderung kaum gerecht. Auch in Grundschulen fehlen überwiegend ausgebildete Fachlehrerinnen und Fachlehrer. Es ist aber leicht einzusehen, dass nur Menschen, die selbst einen Zugang zum Singen, Tanzen und Instrumentalspiel haben, Kinder gewinnbringend hierzu anregen können.

Hilfe, ich bin heiser! – Soforthilfe für die Stimme (Teil 1/4)

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»Des Sängers Fluch«. Karikatur von Johannes Dropmann (© Redaktion ALUAN)

musikschulwelt’s Sänger-Ratgeber für die kalte Jahreszeit

»Bleibt mir bloß alle gesund!« Mit diesen Worten verabschiedet sich so manch geplagter Chorleiter kurz vor einem anstehenden Konzert. Aber oft schon der Gedanke daran, dass man ausgerechnet jetzt krank werden könnte, lässt manchen Sänger schwer schlucken. Und spätestens zwei Tage vor dem Konzert wacht er mit Halsschmerzen auf und bekommt keinen Ton mehr heraus. Ein halbes Jahr proben – und jetzt alles umsonst?

Die Psyche singt mit
Selbst erfahrene Sängerinnen und Sänger kennen dieses Phänomen: Kurz vor dem Konzert treten plötzlich ganz unerklärlich Halsschmerzen auf.

FSJ an der Musikschule

Logo BocholtDie Musikschule Bocholt-Isselburg-Rhede bietet erneut einen Platz junge Leute an, die ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) im Bereich Kultur ableisten wollen. Die Begleitung der Proben des Kindermusicals, die Organisation und Durchführung von Konzerten und diversen Veranstaltungen zählen zum Aufgabenbereich der freiwillig Engagierten. Hinzu kommen einfache Verwaltungstätigkeiten. Bewerben können sich junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Die Bewerbung ist unabhängig von einem Schulabschluss oder bereits begonnenen bzw. abgebrochenen Ausbildungen oder Studiengängen. Vielmehr kommt es auf das Interesse und die Motivation an.

14 Millionen Freizeit-Musiker in Deutschland

mizDas Musikinformationszentrum (MIZ) des Deutschen Musikrats hat es einmal genauer beziffern wollen und eine Vielzahl von Statistiken ausgewertet: Mindestens 14 Millionen Menschen spielen in Deutschland in ihrer Freizeit ein Instrument oder singen in einem Chor – eine deutliche „Dunkelziffer“ nach oben hin muss dabei angenommen werden, weil die Datenlage nicht die gesamte Bevölkerung erfasst.

Unter dem etwas unschönen Begriff „Laienmusizieren“ wurden vom MIZ jedoch Daten zusammengetragen, mit denen die Bedeutung der Musik im Alltagsleben vieler Menschen eindrucksvoll belegt wird: rund 13 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren – das sind rund 9 Millionen – spielt ein Instrument. Hinzu kommen 4 Millionen Chorsänger. Beide Gruppen überschneiden sich, da Musikbegeisterte nun einmal häufig beides tun… Also beläuft sich die Summe der Musizierenden ab 14 Jahren insgesamt auf rund 12 Millionen. Hinzu kommen hochgerechnet mindestens 2 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 13 Jahren, die regelmäßig singen, ein Instrument spielen oder sich anderweitig musikalisch betätigen.

»Celloversum« – so cool kann Cellospielen sein!

Foto: Alexander Reischert

Foto: Alexander Reischert

Lara Vogel (14 Jahre) berichtet über ihre Teilnahme an dem diesjährigen Workshop »Celloversum« der Rheinischen Musikschule Köln (der 2014 bereits zum 12. Mal stattfand). Hierfür finden sich jeweils an vier Wochenenden im Frühjahr rund 50 junge Cellistinnen und Cellisten zusammen, um als »Cello Big Band« gemeinsam zu musizieren. Die Dozenten Ulrike und Gunther Tiedemann organisieren und leiten die Proben, wofür Gunther im Vorfeld bekannte Songs und Hits arrangiert – und zudem auch neue Spieltechniken entwickelt: Die Teilnehmer zeigen sich davon regelmäßig verblüfft und begeistert …

Es war Herr Tiedemann mit seiner Cello Big Band, der mich vor sieben Jahren überzeugte, mit dem Instrument Cello anzufangen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich auf den gelben Bänken in der Musikhochschule Köln saß und mich an die Stelle der Cellisten auf der Bühne träumte, die mich schon damals mit ihrem coolen Auftreten als auch mit ihrer Musik beeindruckten … und die Vorstellungen meiner Eltern vom Cello als reinem „Klassik-Instrument“ widerlegten. Drei Jahre später sollte ich selbst dann auf der Bühne der Musikhochschule sitzen.

Leverkusen: Erfolgsmodell Jekiss

Logo LeverkusenDas recht junge Angebot „Jedem Kind seine Stimme“,  abgekürzt Jekiss, der Musikschule der Stadt Leverkusen, ist weiterhin auf Erfolgskurs. Nachdem beim Start im Oktober 2010 sich  nur eine Grundschule in Kooperation mit der Musikschule an das Angebot herangewagt hatte, nehmen mittlerweile mehr als die Hälfte der Leverkusener Grundschulen an Jekiss teil.Insgesamt singen über 600 Grundschüler sowie die Lehrkräfte von 13 Leverkusener Grundschulen innerhalb des Jekiss – Angebotes.

Ziel der Musikschule ist es, dieses kostendeckende Angebot auf alle Grundschulen des Stadtgebietes auszuweiten. Den Sinn dieses Vorhabens haben zwei „Jekiss – Konzerte“ im Leverkusener Forum, die am Montag und Dienstag dieser Woche vor zahlreich erschienenem Publikum stattfanden, unterstrichen.

Musikalische Bildung für alle – Musikklassen und ihre Konzepte I

Schulischer Musikunterricht – vom Nebenfach zur Königsdisziplin

Jahrzehntelang fristete der Musikunterricht an den Schulen der Bundesrepublik ein Mauerblümchen-Dasein. Geschätzt allenfalls als dekoratives Beiwerk war er häufig erstes Opfer bei Stundenkürzungen und Einsparungen. Lehrpläne und Unterrichtsmethoden haben diese Randständigkeit eher noch zementiert.
Die heutige Elterngeneration erinnert sich an Musikstunden, die neben ein wenig Singen in erster Linie Zuhören bedeuteten: entweder in Form von Frontal-Unterricht in Musiktheorie oder als Vorspiel von Musikstücken auf dem Klavier bzw. der Stereoanlage.

Seit einigen Jahren hat ein radikales Umdenken stattgefunden.

Zwischen 1992 und 1998 wurde an Berliner Grundschulen eine Langzeitstudie durchgeführt und im Jahr 2000 veröffentlicht. Diese Studie „Musik(erziehung) und ihre Wirkung“  von Hans Günther Bastian konnte zeigen, dass sich intensiver Musikunterricht und gemeinsames Musizieren rundum positiv auswirken:

Für den einzelnen Schüler wie für den gesamten Klassenverband und nicht nur im musikalischen sondern auch in anderen Lernbereichen.

Die genannte Langzeitstudie und weitere ähnliche Studien stellen unter anderem folgende Effekte heraus:

  • Steigerung sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit
  • Emotionale Stabilität, Verminderung von Aggressionen und Gewalt
  • Verbesserung der kognitiven Entwicklung
  • Höhere Konzentrationsleistungen
  • Steigerung der Kreativität

In den Medien und auch in der Bildungspolitik haben solche Erkenntnisse große Resonanz ausgelöst. Die musikalische Erziehung wird seitdem neu bewertet als eine Form universaler Förderung der kindlichen Entwicklung. Und es hat sich auch die Einschätzung durchgesetzt, dass diese musikalische Grundlage mit aktiven Tun einhergehen muss und möglichst früh gelegt werden sollte.

„Musikalische Bildung für alle“ ist eine beliebte bildungspolitische Zielsetzung geworden. Sie erfordert aber neue musikpädagogische Konzepte und gewaltige finanzielle Anstrengungen. Instrumentalunterricht ist und bleibt kostenintensiv und war nicht von ungefähr bislang ein Privileg des bildungsbürgerlichen Nachwuchses. Programme wie „JeKi – Jedem Kind ein Instrument“ an Grundschulen in NRW und Konzepte für Musikklassen an weiterführenden Schulen (z.B. „Klasse im Puls“ in Bayern), haben zum Ziel, möglichst viele Kinder – gerade auch solche, die sozial benachteiligt sind und/oder Lernprobleme haben – zu erreichen.

Eltern sehen sich bei der Einschulung oder beim Übertritt an die weiterführende Schule häufig vor die Wahl gestellt, ihre Kinder in Musikklassen anzumelden. Viele Schulen haben auf den oben geschilderten Trend reagiert und Musikklassen eingerichtet. Die Konzepte ähneln sich hier zwar, dennoch gibt es bislang keine definierten Standards für Musikklassen – die Schulen befinden sich vielfach noch in einer Experimentierphase. Und den Familien wird bei allen Bemühungen um Förderung und Sponsoren immer noch ein erheblicher Anteil an den Kosten der musikalischen Förderung abverlangt.

Musikschulwelt hat im Folgenden grundlegende Konzepte für Musikklassen recherchiert. Fortsetzung

100 db gegen den Berufsstress

Moore and More (6)[Beruf: Richter | Hobby: Keyboarder]

musikschulwelt spricht mit Dr. Frank Altpeter, hauptberuflicher Richter am Amtsgericht Köln, über seine Leidenschaft als Keyboarder und Sänger der Rockband »Moore and More«.

Dr. Frank Altpeter (57) spricht tagtäglich Recht am Amtsgericht in Köln … wenn er sich nicht gerade durch Aktenberge wühlt, um seine Fälle im Allgemeinen Strafrecht vorzubereiten. Ein ebenso zeitintensiver wie verantwortungsreicher Beruf, der wenig Freizeit übrig lässt. Dennoch hat es sich Frank Altpeter nicht nehmen lassen, seine Begeisterung für das aktive Musizieren aus Jugendtagen ins Berufsleben hinüberzuretten: heute als Keyboarder und Sänger der Cover-Rockband »Moore and More«.

musikschulwelt: Ein Richter am Keyboard einer Rockband: Wie hat Ihr Dienstherr auf dieses öffentlich ausgeübte Hobby reagiert?

F.A.: Der Dienstherr war – und ist – begeistert und unterstützt mich wohlwollend. Immerhin hat es auch jede Menge positive Publicity gegeben, als wir in der JVA Ossendorf gespielt und Presse und Fernsehen darüber berichtet haben. Nach vieler Schelte hat das Gericht endlich mal wieder gut dagestanden. Jeweils im November haben wir unser »Heimspiel« im Kölner Yard Club, wo dann auch das Amtsgericht zahlreich vertreten ist.

Eine klassische Musikschulkarriere

musikschulwelt: In welchem Alter haben Sie denn Geschmack am Musizieren gefunden?

F.A.: Meine musikalische Ausbildung war klassisch und umfassend: Mit 5 in den Elementarunterricht samt Blockflötenkurs für drei Jahre. Danach der Umstieg – erst auf Altflöte, danach auch Tenor- und Bassflöte zur Unterstützung des Musikschulorchesters. Ab 8 dann klassische Klavierausbildung für insgesamt etwas mehr als zehn Jahre. Damals war übrigens an Rockmusik im Unterricht gar nicht zu denken – es gab nur Czerny, mein persönliches Hassobjekt ;-), Beethoven u. Ä. Daneben gab es an der Musikschule die musiktheoretische Weiterbildung in Harmonielehre, Kompositionslehre und Gehörbildung – ich habe einfach alle weiterführenden Kurse besucht, die angeboten wurden. Schuld daran war Hermann Gehlen, eigentlich ein professioneller Big-Band-Leader, der an der Jugendmusikschule lehrte und einem unheimlich viel Spaß an der Theorie vermitteln konnte. Besonders die Gehörbildung war einfach toll: Im Radio einen Song hören und quasi sofort nachspielen können – das hat mächtig Eindruck gemacht. Elton John war damals ein dankbares Opfer, ebenso wie Supertramp 🙂

In der Oberstufe folgte dann meine Ausbildung zum »Feuerwehrmann« im Schulorchester: Wann immer es irgendwo brannte, gab es einen Crashkurs für mich, damit ich aushelfen konnte. Dadurch hatte ich Kontakt mit zahllosen Intrumenten, am meisten noch mit dem Schlagzeug und Blasinstrumenten. Gesangsunterricht nahm ich erst ab 2007, als »Moore and More« (weitere Infos und aktuelle Auftrittstermine finden sich auf der Band-Homepage & Facebook) entstand und ich einfach besser singen können wollte.

Blockflöte – die Eier legende Wollmilchsau unter den (Senioren-)Instrumenten

Foto privat

Barbara Hintermeier (Foto privat)

Barbara Hintermeier studierte Blockflöte an den renommierten Hochschulen in München, Basel und Wien, bevor sie in München ein eigenes Blockflötenstudio eröffnete. Die erfahrene Pädagogin ist mit ihrem Kinder-Lehrwerk »Flötenlilli« längst bundesweit bekannt. Nun hat sie sich mit einer Publikation speziell dem Seniorenmusizieren zugewandt – und wurde dafür gleich mit dem Deutschen Musikeditionspreis 2015 ausgezeichnet. musikschulwelt sprach mit ihr über das Image der Blockflöte sowie deren besondere Eignung für Senioren.

musikschulwelt: Die Blockflöte lebt mit einem Imageproblem: Sie ist ein äußerst beliebtes und gefragtes Anfänger- bzw. Kinderinstrument, als solches dann aber im fortgeschrittenen Lebensalter oft auch verschrien. Können Sie sich erklären, wie es zu dieser Rufschädigung »Ihres« Instruments gekommen ist?

Wahrscheinlich genau aus dem Grund, den ich mir jetzt zunutze mache: Man kann schnell ein paar Töne lernen und einfache Stücke spielen. Das führt dazu, dass nicht immer nur Fachlehrkräfte Anfängerkinder unterrichten und oft billige (= schlechte) Instrumente mit unsauberer Intonation und eigenwilligem Klang gekauft werden – dann will man natürlich irgendwann etwas »Richtiges« lernen.

Das schnelle Erfolgserlebnis kann auch ein Problem sein

Aber: Blockflöte ist ein richtiges Instrument, auf dem man mit sehr hohen Ansprüchen musizieren kann, und das nicht nur im Bereich der Barockmusik, sondern auch im Jazz (z.B. »Wildes Holz«) sowie in der Rock- und Popmusik (z.B. mit der »Elody«, einer modernen E-Blockflöte der Firma Mollenhauer) und vielen anderen Bereichen. Wir müssen immer noch sehr am Image der Blockflöte arbeiten – und dafür am besten mit gutem Beispiel vorangehen!

Die Harfe – das Instrument des Jahres 2016

(Foto: Hartmut Schröder)

(Foto: Hartmut Schröder)

Größtes Mitglied des Orchesters und mondänes Soloinstrument

Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein hat die Harfe zum »Instrument des Jahres« 2016 erklärt. Damit wird der Fokus im laufenden Jahr auf ein Zupfinstrument gerichtet, das sich durch ein außergewöhnliches Erscheinungsbild, vielfältiges Klangspektrum und seine Genre übergreifende Einsetzbarkeit auszeichnet. Die Bogenharfe ist bereits für 3000 v.Chr. in Mesopotamien und Ägypten dokumentiert. Damit eines der ältesten Musikinstrumente, ist die Harfe auch heute noch Bestandteil des klassischen Orchesters – und bei einer Höhe von ca. 180 cm und bis zu 40 kg Gewicht ein echtes Schwergewicht im Ensemble. Zudem wird sie in den Bereichen Jazz, Pop und Folk eingesetzt.

Beliebt bei allen Altersklassen

Natürlich eignet sich die Harfe auch hervorragend als Soloinstrument für alle Altersklassen. Wer Näheres darüber erfahren möchte, findet allgemeine Informationen zu Geschichte, Interpreten, Werkstätten, Unterricht sowie überregionale Hinweise zu bevorstehenden Konzertterminen oder Workshop-Angeboten auf der Website www.instrument-des-jahres.de. Konkrete Termine für Kurse in ganz Deutschland sind hier zusammengestellt.

Celloschaden bei Schulprobe

Beschädigung des Musikinstruments: Ein Erfahrungsbericht

Einige Jahre ist es gut gegangen, aber dann wurde das Cello unserer Tochter bei einer Schulprobe schwer beschädigt. Es war eine ganz normale Pause in der wöchentlichen Übungsstunde am Musikzweig unseres Gymnasiums: Die Instrumente werden dann üblicherweise irgendwo abgestellt – meine Tochter hat ihr Cello unter einem Tisch seitlich auf den Boden gelegt. In der Nähe haben zwei der Jungs ein wenig gealbert und gerangelt – dann ist einer gestolpert und mit dem Fuß an unserem Instrument hängengeblieben. Das Cello kippte und fiel frontal auf den Steg. Das war dann auch deutlich zu hören und freilich sind alle erschrocken. Ein Musiklehrer war glücklicherweise vor Ort. Sein näherer Augenschein entdeckte Beschädigungen: einen etwa 8 cm langen Riss im Deckel neben dem rechten F-Loch und zwei beschädigte Saiten durch den Sturz auf die Schnecke.

Komplizierte Operation

Beschädigung: Riss in der Decke

Die Beschädigung: Ein Riss in der Decke

Unsere Tochter kam geknickt nach Hause, der Verursacher hatte ihr seine Telefonnummer aufgeschrieben. Die Eltern waren glücklicher­weise haftpflichtversichert. Allerdings zeigte sich bald, dass die ganzen Transaktionen rund um die Behebung des Schadens bis zur Begleichung weitgehend unser Part sein sollte: Wer den Schaden hat, hat auch alle Mühen!

Wir sind also mit dem Instrument zum Geigenbauer gefahren, der unserer Tochter erst einmal ein Leihinstrument mitgegeben hat, weil ein langwieriges Procedere in solchen Fällen wohl die Regel ist. Kurz danach kam ein Kostenvoranschlag – der war wirklich atemberaubend – die Reparatur der Beschädigung sollte fast die Hälfte des Kaufpreises für das Cello ausgemachen. Oh je, war der erste Gedanke, ist es so schwer beschädigt worden? So dramatisch sah der Riss nun auch wieder nicht aus… Wir haben hier gelernt, dass das Öffnen eines Streichinstruments quasi einer Operation am offenen Herzen gleichkommt und entsprechende Kosten verursacht.