Instrumentalunterricht 50 plus

Schweizer Forscherteam sammelt Erfahrungsberichte

Ein Instrument (wieder-)erlernen auch in späten Jahren? – ein Schweizer Forschungsprojekt mit dem Titel „Mach dich schlau – Lern- und Lehrstrategien im Instrumentalunterricht 50plus“ ermutigt dazu ausdrücklich! An der Hochschule der Künste Bern hat ein Forscherteam sich mit den Motiven der „Spätlernenden“ beschäftigt und mit den Möglichkeiten und Zielen des Instrumentalunterrichts 50 plus. Die Forscher haben dazu 45 Intensivinterviews geführt: 15 mit musikalischen Anfängern, 15 mit Wiedereinsteigern und 15 mit Lehrenden, die Erwachsene unterrichten. Es zeigt sich: Die Erfahrungen sind vielfältig wie die Menschen – und dazu überwiegend positiv!

Hilfe, ich bin heiser! – Soforthilfe für die Stimme (Teil 1/4)

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»Des Sängers Fluch«. Karikatur von Johannes Dropmann (© Redaktion ALUAN)

musikschulwelt’s Sänger-Ratgeber für die kalte Jahreszeit

»Bleibt mir bloß alle gesund!« Mit diesen Worten verabschiedet sich so manch geplagter Chorleiter kurz vor einem anstehenden Konzert. Aber oft schon der Gedanke daran, dass man ausgerechnet jetzt krank werden könnte, lässt manchen Sänger schwer schlucken. Und spätestens zwei Tage vor dem Konzert wacht er mit Halsschmerzen auf und bekommt keinen Ton mehr heraus. Ein halbes Jahr proben – und jetzt alles umsonst?

Die Psyche singt mit
Selbst erfahrene Sängerinnen und Sänger kennen dieses Phänomen: Kurz vor dem Konzert treten plötzlich ganz unerklärlich Halsschmerzen auf.

Musik kennt keine Grenzen

Erfolgreiches Trommelprojekt mit Flüchtlingskindern in Lippstadt

Trommeln LippstadtManchmal gehen die Dinge ganz schnell. Nachdem im März dieses Jahres bei einer Sitzung des Schul- und Kulturausschusses die „Auffang- und Vorbereitungsklasse“ an der Kopernikusschule – eine Klasse für Flüchtlingskinder, die wenig oder gar kein Deutsch können, vorgestellt worden war, dauerte es nicht lange, bis daraus ein Projekt entstand, bei dem Kinder aus unterschiedlichen Nationen zusammen Musik machen. „Musik verbindet“, sagt Lehrer Ralf Blüthner, der genau das sieht, wenn die Schüler im Alter zwischen zehn und 15 Jahren jeden Freitagmorgen in einer Doppelstunde mit Musikschullehrer Michael Meurer das Trommeln lernen. „Sie sind begeistert, werden lockerer und man merkt, dass sie zumindest für eine gewisse Zeit andere Dinge vergessen können“.

FSJ an der Musikschule

Logo BocholtDie Musikschule Bocholt-Isselburg-Rhede bietet erneut einen Platz junge Leute an, die ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) im Bereich Kultur ableisten wollen. Die Begleitung der Proben des Kindermusicals, die Organisation und Durchführung von Konzerten und diversen Veranstaltungen zählen zum Aufgabenbereich der freiwillig Engagierten. Hinzu kommen einfache Verwaltungstätigkeiten. Bewerben können sich junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Die Bewerbung ist unabhängig von einem Schulabschluss oder bereits begonnenen bzw. abgebrochenen Ausbildungen oder Studiengängen. Vielmehr kommt es auf das Interesse und die Motivation an.

»Celloversum« – so cool kann Cellospielen sein!

Foto: Alexander Reischert

Foto: Alexander Reischert

Lara Vogel (14 Jahre) berichtet über ihre Teilnahme an dem diesjährigen Workshop »Celloversum« der Rheinischen Musikschule Köln (der 2014 bereits zum 12. Mal stattfand). Hierfür finden sich jeweils an vier Wochenenden im Frühjahr rund 50 junge Cellistinnen und Cellisten zusammen, um als »Cello Big Band« gemeinsam zu musizieren. Die Dozenten Ulrike und Gunther Tiedemann organisieren und leiten die Proben, wofür Gunther im Vorfeld bekannte Songs und Hits arrangiert – und zudem auch neue Spieltechniken entwickelt: Die Teilnehmer zeigen sich davon regelmäßig verblüfft und begeistert …

Es war Herr Tiedemann mit seiner Cello Big Band, der mich vor sieben Jahren überzeugte, mit dem Instrument Cello anzufangen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich auf den gelben Bänken in der Musikhochschule Köln saß und mich an die Stelle der Cellisten auf der Bühne träumte, die mich schon damals mit ihrem coolen Auftreten als auch mit ihrer Musik beeindruckten … und die Vorstellungen meiner Eltern vom Cello als reinem „Klassik-Instrument“ widerlegten. Drei Jahre später sollte ich selbst dann auf der Bühne der Musikhochschule sitzen.

Ennepe-Ruhr-Kreis: „HörgENnuss“

Gitarren-Quartett der Musikschule Schwelm

Gitarren-Quartett der Musikschule Schwelm

Fünf Musikschulen präsentieren CD

Die unterschiedlichsten Ensemles aus Musikschulen der Städte Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Schwelm und Witten haben sich auf einer gemeinsamen CD verewigt: Ob BigConcertBand oder Jugendsinfonieorchester, Klavier solo oder Querflötenensemble, Blockflötenspielkreis oder Klarinettenquartett – sie alle demonstrieren Spielfreude und Können. Geboren worden war die Idee im Zusammenhang mit dem Landesprogramm „Kulturrucksack“. „Wir wollten etwas in den Rucksack packen das bleibt, das über die einzelnen Stadtgrenzen hinaus geht und das vor allem zeigt, zu welcher Leistung Kinder und Jugendliche im nicht immer einfachen Alter zwischen 10 und 14 Jahren im Stande sind“, berichtete Gabriele Weidner, Leiterin der Musikschule Schwelm, stellvertretend für ihre Kollegen aus den übrigen Kommunen.

Mönchengladbach: Nativity Carols

Musikschule präsentiert Weihnachts-CD

Logo MönchengladbachZum Anfang des Advents präsentiert die Musikschule Mönchengladbach ihre neue Weihnachts-CD mit dem Titel „Nativity Carols“ im Rahmen eines Konzertes. Die Werke wurden an drei Tagen im September und Oktober in der evangelischen Johanneskirche Mönchengladbach, Großheide eingespielt, wobei die Ensembles sowohl ihr hohes Niveau als auch viel emotionales Engagement eingebracht haben.

Auch die Zusammenstellung der CD ist geeignet, sie zu einem musikalischen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden zu lassen: Neben traditionellen deutschen Weihnachtsliedern sind drei Stücke aus dem bekannten Film „Les Choristes“, das berühmte Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli sowie stimmungsvolle englische Weihnachtslieder enthalten, wie das Nativity Carol von John Rutter, das der CD ihren Namen gab.

Iserlohn: Musikalische Zeitreise für Violoncello und Klavier

Benefizkonzert in der Musikschule

Logo IserlohnUm ungarischen Musikschülern den Austausch mit Musikschülern aus Iserlohn zu ermöglichen, veranstaltet die Musikschule Iserlohn am 20. November um 19.30 Uhr ein Benefizkonzert. Unter dem Titel „Von Bach bis Brahms – eine musikalische Zeitreise für Violoncello und Klavier“ stehen Werke großer Komponisten auf dem Programm, Werke, die dem Cello und dem Klavier „wie auf den Leib geschrieben“ sind: Mit dem „Italienischen Konzert“ von Johann Sebastian Bach ist ein Höhepunkt barocker Tastenkunst vertreten und für Freunde der rein klassischen Musik gibt es Ludwig van Beethovens Sonate D-Dur op. 6 für Klavier zu vier Händen. Doch die romantische Kunst steht im Mittelpunkt des Konzertes: Frédéric Chopins Scherzo b-Moll gehört zu seinen bedeutendsten, aber auch schwierigsten Werken, an dem schon Generationen von begabten Musikstudenten begeistert geübt, doch den Vortrag vor Publikum lieber anderen überlassen haben.

Blockflöte, Gitarre, Akkordeon

Drei Workshops in der Kreismusikschule Viersen
Clip 1Am Samstag, 16. November, dreht sich bei Andrea Richter alles um die Blockflöte, wobei das Zusammenspiel in der Gruppe im Vordergrund steht. Das musikalische Repertoire bietet eine breite Palette von Klängen der Renaissance bis Swing. Bei der Anmeldung ist wichtig anzugeben, welche Art von Blockflöte (Sopran, Alt, Tenor oder Bass) mitgebracht wird.

Fortgeschrittene Gitarrenspieler können im Workshop „Gitarre Virtuoso“, geleitet von Jeroen van den Biggelar, ihre Kenntnisse erweitern. Der Kurs richtet sich an Interessierte ab 16 Jahren. Neben theoretischen Erläuterungen zu Spieltechniken, stehen gemeinsames Spielen und praktische Übungen im Mittelpunkt. Hierbei wird an Haltung, Fingerübung und Plektrumtechnik gearbeitet.

Ebenfalls am Samstag, 23. November, wird in der Kreismusikschule Viersen ein Workshop zum Akkordeon angeboten.

Künstlerdrama à la Hollywood im Ruhrpott

© Theater Dortmund (Foto: Thomas M. Jauk)

© Theater Dortmund (Foto: Thomas M. Jauk)

Das Theater Dortmund präsentiert in der Saison 2016/17 »Sunset Boulevard« von Andrew Lloyd Webber. musikschulwelt hat die Aufführung besucht.

Vor gut einem Viertel Jahrhundert feierte Andrew Lloyd Webbers Musical »Sunset Boulevard« seine umjubelte Weltpremiere in London, doch erst seit sechs Jahren sind die Aufführungsrechte nun auch für Stadttheater freigegeben. In der laufenden Saison 2016/17 bringt das Theater Dortmund dieses 1995 mit fünf »Tony Awards« zum Musical des Jahres gekürte Werk in der deutschen Version von Michael Kunze auf die Bühne, wobei es sich um eine Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011 handelt.

Der Plot spielt Ende der 1940er Jahre, der Blütezeit Hollywoods, und stellt eine in die Jahre gekommene Filmdiva (Norma Desmond) in den Mittelpunkt, die ihren Karrierehöhepunkt noch in der Stummfilmära hatte und nun nicht wahrhaben will, dass sie im neuen Zeitalter des Tonfilms nicht mehr gefragt ist. Ein arbeitsloser Drehbuchautor (Joe Gillis) lässt sich von der exzentrischen Schauspielerin dazu verdingen, ein selbst entworfenes Drehbuch für ihr Comeback zu überarbeiten. Dabei wird er von Norma Desmond, die in einer durch ihren Butler aufrecht erhaltenen Parallelwelt lebt, in der sie immer noch umjubelter Star ist – mit Haut und Haaren vereinnahmt …

100 db gegen den Berufsstress

Moore and More (6)[Beruf: Richter | Hobby: Keyboarder]

musikschulwelt spricht mit Dr. Frank Altpeter, hauptberuflicher Richter am Amtsgericht Köln, über seine Leidenschaft als Keyboarder und Sänger der Rockband »Moore and More«.

Dr. Frank Altpeter (57) spricht tagtäglich Recht am Amtsgericht in Köln … wenn er sich nicht gerade durch Aktenberge wühlt, um seine Fälle im Allgemeinen Strafrecht vorzubereiten. Ein ebenso zeitintensiver wie verantwortungsreicher Beruf, der wenig Freizeit übrig lässt. Dennoch hat es sich Frank Altpeter nicht nehmen lassen, seine Begeisterung für das aktive Musizieren aus Jugendtagen ins Berufsleben hinüberzuretten: heute als Keyboarder und Sänger der Cover-Rockband »Moore and More«.

musikschulwelt: Ein Richter am Keyboard einer Rockband: Wie hat Ihr Dienstherr auf dieses öffentlich ausgeübte Hobby reagiert?

F.A.: Der Dienstherr war – und ist – begeistert und unterstützt mich wohlwollend. Immerhin hat es auch jede Menge positive Publicity gegeben, als wir in der JVA Ossendorf gespielt und Presse und Fernsehen darüber berichtet haben. Nach vieler Schelte hat das Gericht endlich mal wieder gut dagestanden. Jeweils im November haben wir unser »Heimspiel« im Kölner Yard Club, wo dann auch das Amtsgericht zahlreich vertreten ist.

Eine klassische Musikschulkarriere

musikschulwelt: In welchem Alter haben Sie denn Geschmack am Musizieren gefunden?

F.A.: Meine musikalische Ausbildung war klassisch und umfassend: Mit 5 in den Elementarunterricht samt Blockflötenkurs für drei Jahre. Danach der Umstieg – erst auf Altflöte, danach auch Tenor- und Bassflöte zur Unterstützung des Musikschulorchesters. Ab 8 dann klassische Klavierausbildung für insgesamt etwas mehr als zehn Jahre. Damals war übrigens an Rockmusik im Unterricht gar nicht zu denken – es gab nur Czerny, mein persönliches Hassobjekt ;-), Beethoven u. Ä. Daneben gab es an der Musikschule die musiktheoretische Weiterbildung in Harmonielehre, Kompositionslehre und Gehörbildung – ich habe einfach alle weiterführenden Kurse besucht, die angeboten wurden. Schuld daran war Hermann Gehlen, eigentlich ein professioneller Big-Band-Leader, der an der Jugendmusikschule lehrte und einem unheimlich viel Spaß an der Theorie vermitteln konnte. Besonders die Gehörbildung war einfach toll: Im Radio einen Song hören und quasi sofort nachspielen können – das hat mächtig Eindruck gemacht. Elton John war damals ein dankbares Opfer, ebenso wie Supertramp 🙂

In der Oberstufe folgte dann meine Ausbildung zum »Feuerwehrmann« im Schulorchester: Wann immer es irgendwo brannte, gab es einen Crashkurs für mich, damit ich aushelfen konnte. Dadurch hatte ich Kontakt mit zahllosen Intrumenten, am meisten noch mit dem Schlagzeug und Blasinstrumenten. Gesangsunterricht nahm ich erst ab 2007, als »Moore and More« (weitere Infos und aktuelle Auftrittstermine finden sich auf der Band-Homepage & Facebook) entstand und ich einfach besser singen können wollte.

Musicalabend ohne jede Belanglosigkeit

© Theater Dortmund

© Theater Dortmund

Großartige Inszenierung von »Next to Normal« in Dortmund – ein Aufführungsbericht von musikschulwelt

Nicht enden wollende Standing Ovations am Ende eines zweieinhalbstündigen Musicalabends in der Oper Dortmund. Das ist durchaus verblüffend für einen Plot, der die psychische Erkrankung einer Frau mittleren Alters und deren zerstörerische Auswirkungen auf das Ehe- bzw. Familienleben in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Wer üblichen Musical-Plüsch mit wahlweise Märchen-, Fantasy- oder pseudohistorischem Ambiente gewohnt ist, wird hier also mit einer Alternative überrascht, die inhaltlich, dramaturgisch wie auch musikalisch auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Und warum eigentlich nicht eine Bühnengeschichte aus dem »wahren Leben«, aus dem jedermann vertrauten sozialen Umfeld der Familie, den Alltagsproblematiken vom Umgang mit Kranken oder auch medizinischer Diagnostik bzw. Behandlung? »Next to Normal« liefert den Beweis, dass dies nicht nur funktionieren kann, sondern sogar fesselt, berührt, zum Nachdenken anregt … und dabei auch noch bestens unterhält.

Klavierspielen ab Kleinkindalter verändert die Hirnplastizität

GehirnÜberraschende Resultate einer gemeinsamen Studie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und der Cognition and Brain Plasticity Unit of Barcelona

Es ist schon lange bekannt, dass intensives Musizieren menschliche Hirnstruktur und Hirnfunktionen verändert. Bislang ging man davon aus, dass die Größe bestimmter Hirnregionen, die für das Hören und für das Bewegen der Hände zuständig sind, mit der Anzahl der in der Kindheit und Jugend geübten Stunden zunimmt, und dass »größer« auch »besser« sei. Eine neue Studie zeigt nun: Früh beginnende Pianisten haben kleinere klavierbezogene Hirnzentren als später beginnende und verfügen über das präzisere Tonleiterspiel.

Organische Voraussetzung für tadellose Tonleitern

Pianisten besitzen im Vergleich zu Nicht-Pianisten größere Zentren, die für das Lernen und Gedächtnis zuständig sind (Hippokampus), die der Automatisierung von Bewegungen dienen (Putamen und Thalamus), die Emotionen und Motivation verarbeiten (Amygdala), und die Hören und Sprachverarbeitung leisten (linker oberer Schläfenlappen).

Blockflöte – die Eier legende Wollmilchsau unter den (Senioren-)Instrumenten

Foto privat

Barbara Hintermeier (Foto privat)

Barbara Hintermeier studierte Blockflöte an den renommierten Hochschulen in München, Basel und Wien, bevor sie in München ein eigenes Blockflötenstudio eröffnete. Die erfahrene Pädagogin ist mit ihrem Kinder-Lehrwerk »Flötenlilli« längst bundesweit bekannt. Nun hat sie sich mit einer Publikation speziell dem Seniorenmusizieren zugewandt – und wurde dafür gleich mit dem Deutschen Musikeditionspreis 2015 ausgezeichnet. musikschulwelt sprach mit ihr über das Image der Blockflöte sowie deren besondere Eignung für Senioren.

musikschulwelt: Die Blockflöte lebt mit einem Imageproblem: Sie ist ein äußerst beliebtes und gefragtes Anfänger- bzw. Kinderinstrument, als solches dann aber im fortgeschrittenen Lebensalter oft auch verschrien. Können Sie sich erklären, wie es zu dieser Rufschädigung »Ihres« Instruments gekommen ist?

Wahrscheinlich genau aus dem Grund, den ich mir jetzt zunutze mache: Man kann schnell ein paar Töne lernen und einfache Stücke spielen. Das führt dazu, dass nicht immer nur Fachlehrkräfte Anfängerkinder unterrichten und oft billige (= schlechte) Instrumente mit unsauberer Intonation und eigenwilligem Klang gekauft werden – dann will man natürlich irgendwann etwas »Richtiges« lernen.

Das schnelle Erfolgserlebnis kann auch ein Problem sein

Aber: Blockflöte ist ein richtiges Instrument, auf dem man mit sehr hohen Ansprüchen musizieren kann, und das nicht nur im Bereich der Barockmusik, sondern auch im Jazz (z.B. »Wildes Holz«) sowie in der Rock- und Popmusik (z.B. mit der »Elody«, einer modernen E-Blockflöte der Firma Mollenhauer) und vielen anderen Bereichen. Wir müssen immer noch sehr am Image der Blockflöte arbeiten – und dafür am besten mit gutem Beispiel vorangehen!

Die Harfe – das Instrument des Jahres 2016

(Foto: Hartmut Schröder)

(Foto: Hartmut Schröder)

Größtes Mitglied des Orchesters und mondänes Soloinstrument

Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein hat die Harfe zum »Instrument des Jahres« 2016 erklärt. Damit wird der Fokus im laufenden Jahr auf ein Zupfinstrument gerichtet, das sich durch ein außergewöhnliches Erscheinungsbild, vielfältiges Klangspektrum und seine Genre übergreifende Einsetzbarkeit auszeichnet. Die Bogenharfe ist bereits für 3000 v.Chr. in Mesopotamien und Ägypten dokumentiert. Damit eines der ältesten Musikinstrumente, ist die Harfe auch heute noch Bestandteil des klassischen Orchesters – und bei einer Höhe von ca. 180 cm und bis zu 40 kg Gewicht ein echtes Schwergewicht im Ensemble. Zudem wird sie in den Bereichen Jazz, Pop und Folk eingesetzt.

Beliebt bei allen Altersklassen

Natürlich eignet sich die Harfe auch hervorragend als Soloinstrument für alle Altersklassen. Wer Näheres darüber erfahren möchte, findet allgemeine Informationen zu Geschichte, Interpreten, Werkstätten, Unterricht sowie überregionale Hinweise zu bevorstehenden Konzertterminen oder Workshop-Angeboten auf der Website www.instrument-des-jahres.de. Konkrete Termine für Kurse in ganz Deutschland sind hier zusammengestellt.

Celloschaden bei Schulprobe

Beschädigung des Musikinstruments: Ein Erfahrungsbericht

Einige Jahre ist es gut gegangen, aber dann wurde das Cello unserer Tochter bei einer Schulprobe schwer beschädigt. Es war eine ganz normale Pause in der wöchentlichen Übungsstunde am Musikzweig unseres Gymnasiums: Die Instrumente werden dann üblicherweise irgendwo abgestellt – meine Tochter hat ihr Cello unter einem Tisch seitlich auf den Boden gelegt. In der Nähe haben zwei der Jungs ein wenig gealbert und gerangelt – dann ist einer gestolpert und mit dem Fuß an unserem Instrument hängengeblieben. Das Cello kippte und fiel frontal auf den Steg. Das war dann auch deutlich zu hören und freilich sind alle erschrocken. Ein Musiklehrer war glücklicherweise vor Ort. Sein näherer Augenschein entdeckte Beschädigungen: einen etwa 8 cm langen Riss im Deckel neben dem rechten F-Loch und zwei beschädigte Saiten durch den Sturz auf die Schnecke.

Komplizierte Operation

Beschädigung: Riss in der Decke

Die Beschädigung: Ein Riss in der Decke

Unsere Tochter kam geknickt nach Hause, der Verursacher hatte ihr seine Telefonnummer aufgeschrieben. Die Eltern waren glücklicher­weise haftpflichtversichert. Allerdings zeigte sich bald, dass die ganzen Transaktionen rund um die Behebung des Schadens bis zur Begleichung weitgehend unser Part sein sollte: Wer den Schaden hat, hat auch alle Mühen!

Wir sind also mit dem Instrument zum Geigenbauer gefahren, der unserer Tochter erst einmal ein Leihinstrument mitgegeben hat, weil ein langwieriges Procedere in solchen Fällen wohl die Regel ist. Kurz danach kam ein Kostenvoranschlag – der war wirklich atemberaubend – die Reparatur der Beschädigung sollte fast die Hälfte des Kaufpreises für das Cello ausgemachen. Oh je, war der erste Gedanke, ist es so schwer beschädigt worden? So dramatisch sah der Riss nun auch wieder nicht aus… Wir haben hier gelernt, dass das Öffnen eines Streichinstruments quasi einer Operation am offenen Herzen gleichkommt und entsprechende Kosten verursacht.

Einladung zum 2. Orchestertreffen in Essen im Mai 2016

Liebhaberorchester NRW_LogoLiebhabermusikerinnen und -musiker aus ganz Deutschland sind willkommen und können zwischen mehreren spannenden Projekten wählen

Nach dem ersten Orchestertreffen im Jahre 2014 waren sich alle Teilnehmenden einig: dieses Veranstaltungsformat muss unbedingt fortgesetzt werden. Am 21. und 22. Mai 2016 ist es so weit: Alle interessierten Amateurmusikerinnen und -musiker sind herzlich eingeladen, nach Essen zu kommen und gemeinsam zu musizieren. Zur Auswahl stehen drei attraktive Angebote:

  • Großes Sinfonieorchester: Uraufführung mitgestalten
    Eine solche Chance gibt es selten: Mitglied eines Ensembles zu sein, das die Uraufführung einer Komposition mitgestaltet. „Am farbigen Abglanz“ ist eine Auftragskomposition, und ihr Schöpfer, der japanische Komponist Yasutaki Inamori, wird dieses Werk für großes Orchester mit Liebhabermusikern aus ganz Deutschland erarbeiten und erstmalig aufführen.
  • Streicherworkshop: Barocke Klangsprache und Spieltechniken kennen lernen
    Die Musik des Barock wirkt mit einer Spielart, die sich an den historischen Quellen orientiert, ungemein lebendig, frisch, aufregend und im besten Fall wie gerade eben erst komponiert. Im Workshop „Barock – historisch informiert!“ wird Ihnen Prof. h.c. Christoph Mayer die Augen für die Schönheiten dieser Musik neu öffnen.
  • Bläserworkshop: „Don Giovanni“ als Harmoniemusik erleben
    In einem Bläserensemble zu spielen macht nicht nur sehr viel Spaß, sondern nebenbei lernt man auch eine Menge dabei, insbesondere was die Präzision des Zusammenspiels anbelangt. Prof. André Sebald, Soloflötist des Gürzenich-Orchesters Köln, wird diesen attraktiven Workshop leiten.

Nähere Infos finden Sie unter www.orchestertreffen-nrw2016.de.